Schulen und die Verbesserung der baulichen Substanz

Paß-Weingartz: „Der vom Rat beschlossene Masterplan Schulen wurde schneller wieder eingestampft als er entwickelt wurde. Der Kämmerer zahlt lieber 17Mio. Euro jährlich an Energiekosten als die energetische Sanierung der Gebäude anzugehen. Unsere Kinder sitzen in Klassenräumen mit Einfachverglasung, undichten Fenstern und nicht regulierbaren Heizungen.“

 

Beim Thema Offene Ganztagsschule weist die Vorsitzende auf die Unterfinanzierung hin. Es gäbe zwar viel mehr Betreuungsplätze als vorher, was auch gut und richtig ist, aber die Qualitätssicherung der OGS sei nur mit höheren Zuschüssen möglich. Hier sieht sie vor allem das Land in der Pflicht.

 

Die Politik der Landesregierung kritisiert Paß-Weingartz hart, denn sie habe mit ihrem neuen Schulgesetz Eltern und Schülern die Mitwirkungsrechte geraubt.

 

Die Landesregierung halte zudem an einem überholten Schulsystem festhält und schaffe immer neue Hürden für die Gesamtschulen, obwohl der Elternwille hier eindeutig sei.

 

„ Gerade hat eine Elternbefragung in St. Augustin ergeben, dass über 50% der Eltern für ihre Kinder einen Gesamtschulplatz wünschen. Und in Bonn mussten die Eltern jahrelang gegen die politischen Mehrheiten kämpfen, um vor kurz vor der Kommunalwahl endlich einen Errichtungsbeschluss zu bewirken“, so die Ausschussvorsitzende.

 

Hier hebt sie das Engagement des Kollegiums der Hauptschule am Römerkastell hervor, was allerdings seitens der Schulverwaltung nicht honoriert wurde. Wahrscheinlich wird nur eine Lehrkraft für die neue Schule übernommen, die anderen KollegInnen werden an Orte versetzt. Hier lasse die Bezirksregierung ihre Muskeln spielen, die die neue Gesamtschule nicht mehr verhindern konnte.

 

Frau Paß-Weingartz weist auch auf die positive Rolle der Stadtschulpflegschaft hin. Bonn habe hier eine starke Elternvertretung, die sich bisher sehr erfolgreich in die Schulpolitik eingemischt habe.

 

Zum Ausblick auf die kommende Zeit betont sie, dass trotz der schwierigen Haushaltslage Schulen und die Verbesserung ihrer baulichen Substanz ein Kernthema künftiger Haushalte sein müssten

 

Und mit der Errichtung der 4. Gesamtschule sieht Paß-Weingartz den Bedarf an diesen Schulplätzen noch lange nicht abgedeckt. Denn weiterhin würden jährlich hunderte von Kindern an diesen Schulen abgewiesen.

 

Paß-Weingartz: „Ich wünsche mir ein inklusives Schulsystem für Bonn. Eine Schule für alle Kinder, eine Schule, in der jedes Kind nach seinen Fähigkeiten gefördert und gefordert wird. Deshalb ist die Umsetzung des Ratsbeschlusses, die Integrationsplätze in Bonner Schulen zu verdoppeln auch ernsthaft zu verfolgen.“

 

Die Bemühungen um Kinder mit Migrationshintergrund müssten verstärkt werden, es könne nicht sein, dass Migrationshintergrund gleich Hauptschule heiße, diese Kinder müssten von Anfang an mitgenommen werden, was bedeute, dass die Förderung bereits in der Kita beginnen müsse. Auch in der Weiterentwicklung der OGS sieht die Schulausschussvorsitzende Handlungsbedarf. Hier müsse mit Musikschule, Vereinen, Sportvereinen, Jugendring etc. die Zusammenarbeit intensiviert werden.

 

„Kinder und Jugendliche müssen in der Bonner Kommunalpolitik ins Zentrum der Bemühungen rücken. Da reichen keine Lippenbekenntnisse, vor allem nicht in Zeiten derart knapper Haushaltskassen,“ so die Schulausschussvorsitzende zum Schluss.

 

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