Schulobstprogramm der EU gefährdet – Landeshaushalt sieht keine Eigenmittel vor

Die Grünen im Rat begrüßen die Absicht der EU, ab Februar 2010 Schulkindern Obst und Gemüse in den Pausen anzubieten als „hervorragenden Plan“. Nach Kenntnis der GRÜNEN ist allerdings für NRW bisher kein Eigenbeitrag, wie von der EU verlangt, im Entwurf des Landeshaushaltes zu finden. Auf städtischer Ebene sollten aus GRÜNER Sicht einige Dinge beachtet werden, damit sich die  Ernährungsgewohnheiten der Kinder und perspektivisch auch der Eltern zum Besseren ändern:

 

„Die Geldmittel für die neue Schulspeise müssen rechtzeitig, ausreichend und nachhaltig zur Verfügung gestellt werden. Möglichst alle Schulen, die sich organisatorisch in der Lage sehen, sollen ihren Schülern das Schulobst anbieten können. Nur durch ein dauerhaftes, schmackhaftes Angebot kann die neue Frischkost einen stärkeren Eindruck bei den Kindern hinterlassen als Milchschnitte und Honigpopps“, sagt die Fraktions- und schulpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion, Dorothee Paß-Weingartz. Die Ernährungs-beraterin und Umweltsprecherin Brigitta Poppe: „Dafür gibt es nur eine Chance: Obst und Gemüse müssen reif sein, damit sie lecker schmecken und die Inhaltsstoffe voll entfaltet sind. Das gelingt am besten, wenn beides frisch geerntet auf den Schultisch kommt – unmittelbar aus der Region. Die Voraussetzungen dafür sind zumindest im Sommer und Herbst in der Köln-Bonner-Bucht ideal!“Der Arzt und sozialpolitische Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion, Dr. Detmar Jobst gibt zu bedenken: „Weniger als 40% aller 2008 in Deutschland untersuchten Obst- und Gemüseproben waren ohne Pestizid- und Dünge-mittelrückstände. Die fanden sich besonders häufig in exotischen Früchten mit geringer Haltbarkeit. Hingegen waren 85% der Proben aus ökologischem Anbau ohne jegliche Rückstände. Auf diese Zusammenhänge sollte die Schulbehörde besonders achten, weil die Entwicklung im Kindesalter auch von einer guten Ernährung abhängt. Lieferverträge mit zertifizierten ökologischen Landwirtschaftsbetrieben in der Umgebung wären hierfür eine verantwortungsvolle Lösung, statt wie üblich das billigste Angebot zu wählen“. Zum Thema Schulobst stellt Jobst eine Öffnet externen Link in neuem FensterGroße Anfrage zur nächsten Ratssitzung am 26.11.

 

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