Schulpolitik: Kehrtwende der SPD in Sachen Gesamtschule???

 in Bonn, obwohl in jedem Jahr hunderte Bonner Familien mit dem Wunsch ihre Kinder auf eine Gesamtschule zu schicken, abgewiesen worden waren. Mit ihrer Position hatte sich die Bonner SPD auch in ihrer Landespartei weitgehend isoliert. Nun also die erneute ? zumindest verbale ? Kehrtwende .

 

Die GRÜNE Sprecherin Dorothee Paß-Weingartz:? Noch im Koalitionsvertrag der Ampelkoalition wurde unsere Forderung nach einer weiteren Gesamtschule von Dieckmann, SPD und FDP vehement zurückgewiesen. Unsere Anträge zum Thema Gesamtschule wurden ausnahmslos niedergestimmt.?

 

Noch in der Schulausschusssitzung im Januar lehnte die SPD gemeinsam mit den anderen Fraktionen den grünen Dringlichkeitsantrag zur Errichtung einer 4. Gesamtschule ab. Begründung: es gebe keine Dringlichkeit. In dieser Sitzung gab Schulamtsleiter Zelmanski die Zahl der abgelehnten Kinder bekannt: über 600 Kinder, davon über 400 Bonner Kinder bekamen keinen Gesamtschulplatz.

 

Paß-Weingartz:? Dieser Dringlichkeitsantrag ist jetzt wieder auf der Tagesordnung. Wenn die SPD mitstimmt, gäbe es schon morgen im Rat eine Mehrheit für unseren Antrag, noch zum kommenden Schuljahr eine weitere Gesamtschule in Bonn zu errichten. Dann wird sich zeigen, was es dem ?ehrlichen Politikstil? der Bonner SPD auf sich hat.?

 

Auch das Argument, die Landesregierung stimme nicht zu, sei nicht haltbar. Schulministerin Sommer hatte im Februar dieses Jahres gesagt: Sie verhindere die Neugründung einer Gesamtschule nicht, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

 

?Und die stimmen seit Jahren in Bonn!? so die GRÜNEN:

 

Als ewig gestrig bezeichnet die Sprecherin der grünen Ratsfraktion die Stellungnahme der CDU zur Schulpolitik. Die Mehrheitsfraktion will keine weitere Gesamtschule, aber die Verwaltung auffordern, die Hauptschule zu stärken.

 

Paß-Weingartz:? Diese Haltung macht deutlich, dass die CDU keine schulpolitischen Kon-zepte hat. Die von ihnen selbst zitierte ?Flucht vor der Hauptschule? wird nicht durch einen Ganztagsbetrieb verhindert. Und die neuen Konzepte zur Attraktivitätssteigerung dieser Schulform soll die Verwaltung erfinden.?

 

Paß-Weingartz macht darauf aufmerksam, das Bonn seitens des Landes beim Ganz-tagsausbau der Hauptschulen im letzten Jahr keine Berücksichtigung fand.

 

Auch die von der CDU gewünschte größere Durchlässigkeit von der Haupt- zur Realschu-le oder zum Gymnasium liege nicht in Bonner Verwaltungshand. Hier sei die Schulgesetz-gebung des Landes und damit die CDU gefragt.

 

Paß-Weingartz kritisiert die ablehnende Haltung der CDU hinsichtlich weiteren Gesamt-schulen in Bonn. Das deutsche dreigliedrige Schulsystem werde europaweit kritisiert, die-ses Schulsystem grenze aus, biete keinerlei Chancengleichheit und diskriminiere Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus armen Familien.

 

?Gerade von den Schulpolitikern der CDU würde ich mehr Lernfähigkeit erwarten. Diese sture Haltung gegen den ?Rest der Welt?, sogar gegen eigene CDU-Kollegen wirke lang-sam wie eine reine Trotzreaktion?, so Paß-Weingartz.

 

Sie fordert die CDU-Fraktion auf, sich im Sinne der vielen Bonner Kinder endlich zu ?be-sinnen? und dafür zu sorgen, dass die Stadt ein Schulangebot vorhält, das den Wünschen der Eltern und ihrer Kinder entspricht.

 

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld