Sozialticket ist benutzerfreundlich

Der Einschätzung von Werner Esser (General-Anzeiger vom 01.07.), das neue Sozialticket  (Mobilpass) sei unsozial, muss entschieden widersprochen werden.

 

Die Kosten für das Viererticket sind für Bonn-Ausweisbesitzer zwar um 10% gestiegen, die für das Monatsticket um 3,6%. Dafür können Mobilpass-Besitzer sich nun ohne zeitliches Limit und über die Stadtgrenzen hinaus bewegen, was vorher nicht möglich war oder ein weiteres Ticket erforderte. Die Benutzerfrequenz ist nach der Umstellung zwar vorläufig um ca. 10% zurückgegangen, die Ersparnis für den städtischen Haushalt durch die Landeszuweisungen beträgt jedoch mehrere hunderttausend Euro jährlich. Da das Jahr 2012 noch nicht abgerechnet ist, haben die Sprecher der SPD im letzten Sozialausschuss auch – in Abwesenheit von Werner Esser  – auf eine Bewertung ihrer eigenen großen Anfrage verzichtet „Durch die eingesparten Mittel können die übrigen sozialen Leistungen des Bonn -Ausweises weiterhin gestemmt werden, es konnte zusätzlich der Mittagstisch in OG-Schulen und Kitas kostenfrei gestellt werden“, sagten die Sozialpolitiker Prof. Detmar Jobst (Bündnis 90/Grüne) und Ingeborg Cziudaj (CDU). „Wenn die Mittel für das  „Sozialticket“ in Bonn nicht auch integriert worden wären, wäre das Geld beim Land geblieben und der gesamte Verkehrsverbund Rhein-Sieg hätte darauf verzichten müssen“, sagt der Landtagsabgeordnete Rolf Beu und der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Wilfried Reischl. „Die Fahrpreise für den verbundweiten Mobilpass wurden im zuständigen Verkehrsverbund VRS/NVR mit den Stimmen der SPD einvernehmlich beschlossen. Obwohl die Empfänger von Sozialleistungen eigentlich landesweit gleich behandelt werden sollten, haben sich die Stadträte in Bonn und Köln entschieden, über den verbundweiten Standard auf Kosten der beiden Kommunen weitere Vergünstigungen anzubieten. Die Städte Bielefeld, Münster, Köln und Bonn wurden bei einer Fachtagung im NRW-Landtag dafür gerade als Vorbild gelobt! Von einem Sozialabbau zu reden, wie Bonner Sozialdemokraten dies tun, ist eine glatte Verdrehung der Tatsachen. Statt an den Bonner Zusatzleistungen rum zu kritisieren, sollten die Genossen lieber die Verantwortlichen in den Landkreisen motivieren, auch die Köln/Bonner Zusatzleistungen zu gewähren, um den besseren Standard auch im gesamten Verbundraum anbieten zu können.“

 

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