Tag der Artenvielfalt

Der Tag der Artenvielfalt geht auf die internationale Konvention zur Biologischen Vielfalt im Mai 1992 von Rio de Janeiro zurück. Anlässlich dieser Konvention rief die UN offiziell am 22. Mai den Tag der Artenvielfalt aus, um an die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu erinnern.

Untersuchungen zeigen, dass mittlerweile Städte geradezu Zentren von einer reichen Artenvielfalt sein können. Kleinstbiotope und grüne Inseln erhöhen die Strukturvielfalt in den städtischen Lebensräumen. Dies ist erfreulich.

In natürlichen Biotopen kann es jedoch mancherorts mit der Artenvielfalt deutlich zurückgehen. Dies können wir auf dem Bonner Stadtgebiet im Bereich der Offenlandbiotope ebenfalls beobachten. So wurde dem Umweltausschuss des Bonner Stadtrates Anfang Mai ein Artenschutzgutachten des Bonner Nord-Westen vorgestellt. Unseren Tieren des Bonner Offenlands, wie Meßdorfer Feld, Kappesland, Wasserfeld, Flächen im Dransdorfer Nordwesten, Tannenbusch West, Randbereich von Buschdorf und Flächen bei Hersel geht es nicht gut. Rebhuhn, Feldlerche, Kiebitz, Wechselkröte und Zauneidechse sind massiv bedroht. Gründe dafür, sind die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen, die stetig weiter voranschreitende Bebauung, sowohl von Gewerbeansiedlungen wie auch Wohnbebauung, freilaufende Hunde und eine intensive Düngung wie auch der Einsatz von synthetischen Spritzmitteln.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass wir für den Erhalt dieser selten gewordenen Tiere etwas tun können. Und im Fall der Offenlandarten würden von umgesetzten Maßnahmen gleich mehrere Arten profitieren. Wiederherstellung von Wegrainen, Anreicherung der artenarmen Grünlandbereiche durch Einsaat standortgerechter Kräuter mit Regiosaatgut, Beruhigung der wegenahen Lebensräume durch Anleinpflicht für Hunde und eine früheste Mahd der Wegeränder ab dem 1. August. Für die Wechselkröte brauchen wir Laichgewässer, die das Wasser halten, sowie Amphibienleiteinrichtungen und Querungstunnel.

Brigitta Poppe, umweltpolitische Sprecherin: „Ich bin sehr froh, dass wir dieses Artengutachten nun vorliegen haben. Wir streben die Ausweitung des Gutachtens über die Kommunalgrenzen zum Rhein-Sieg-Kreis hin an. Auf politischer wie auch auf Fachebene haben wir bereits letzten Herbst ein sogenanntes interkommunales Forum Artenschutz durchgeführt mit dem Schwerpunkt Arten der Feldflur des Bonner Nordwesten, Bornheim und Alfter, da dieses Gebiet einen dramatischen Artenschwund erlebt. Dieses interkommunale Forum werden wir auch diesen Herbst fortsetzen.“

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