Veranstaltung „Frauen und Medien in Afghanistan“ im Haus der Vielfalt

Zur Veranstaltung „Frauen und Medien in Afghanistan“ hatten Katja Dörner (MdB) und der AK Europa und Außenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen am 8.12.2011 in das Haus der Vielfalt geladen. Katja Dörner erinnerte in ihrem Grußwort an die Veranstaltung der Grünen vom 8. März zum Thema Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats zur Beteiligung von Frauen an Friedensverhandlungen und Konfliktlösungsprozessen. Daran anschließend erläuterte Alexandra kurz die Funktion des AK Europa und Außenpolitik der Bonner Grünen und die Zielsetzung der Veranstaltung: An diesem Abend sollten weibliche afghanische Medienschaffende zu Wort kommen, um aufzuzeigen, auf welch vielfältige Art und Weise Frauen auch unter widrigsten Umständen – Krieg, Armut, Unterdrückung – ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und zahlreiche Anstöße zu gesellschaftlichen Veränderungen geben. Die Journalistin der Deutschen Welle Nabila Karimi-Alekozai bot einen lebendigen Einblick in die afghanische Medienszene. Sie betonte die Unterschiede zwischen den Städten, in denen eine Vielzahl von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern die Bevölkerung über aktuelle Geschehnisse informiert, aber auch Unterhaltungssendungen anbietet, und den ländlichen Bereichen, in denen der Fernseher noch ein Luxus ist, das Radio jedoch eine sehr wichtige Rolle spielt. Frauen sind immer häufiger vor und hinter dem Mikrofon bzw. der Kamera aktiv. Dennoch gilt der Beruf der Journalistin für Frauen noch immer als anstößig, und Ausbildungsmöglichkeiten sind rar und kostspielig. Er übt jedoch eine große Faszination auf junge Frauen in den Städten aus, die gern „im Fernsehen arbeiten“ möchten, und bereit sind, dafür Konflikte mit der Familie und Bedrohungen in Kauf zu nehmen. Die in der Slowakei tätige Filmregisseurin Sahraa Karimi beeindruckte das Publikum mit wenigen ausdrucksstarken Worten über die Entstehungsgeschichte ihres Films „Afghan women behind the wheel“, die die Tiefe und Poetik ihres im Anschluss gezeigten Dokumentarfilms bereits erahnen ließen. Die Schicksale von 17 Frauen, die in Afghanistan das Autofahren erlernen, boten einen Einblick in den Mut und die Kraft, aber auch die Verzweiflung und die Angst, mit denen Frauen in dem vom Krieg gebeutelten Land um ein Stück Unabhängigkeit und Selbstbestimmung kämpfen. Sahraa Karimis poetische und kraftvolle Bilder sagten mehr aus als viele Worte: über die Kraft und das Elend von Frauen in einer patriarchalischen Gesellschaft, über die Universalität der menschlichen Gefühle und über den Kampf für eine bessere Welt. Nicht nur in Afghanistan. afghanwomenbehindthewheel.com

 

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