Verdient die Stadt Bonn bei ihren Bahnen das 'Prädikat behindertenfeindlich'?

Dies fordert der Stadtverordnete Rolf Beu, Vorsitzender des Planungs- und Verkehrsausschusses und Stadtverordneter der Grünen, von der Stadtverwaltung und den Verkehrsbetrieben. „Es ist ein Trauerspiel, wenn man feststellen muss, wie lange es bereits dauert, dass die Stadtbahn-Haltestellen in Bonn endlich fahrgast- und behindertenfreundlich werden. Bereits vor etlichen Jahren wurde beispielsweise der entsprechende Umbau der Haltestelle ‚Stadthaus‘ angeregt und entsprechende Pläne von der Verwaltung auch schon einmal vorgelegt. Jetzt nach Jahren erfolgt endlich die offizielle Ankündigung, dass der Ausbau in zwei weiteren Jahren abgeschlossen sein soll. Aber dies ist nicht die einzige Haltestelle, die schon seit langen Zeiten dringend eine Umgestaltung benötigt. So sind beispielsweise die Haltestellen ‚Buschdorf‘ (im Zuge der Linie 16) und ‚Robert-Kirchhoff-Straße‘ (im Zuge der Linien 18 und 68) für Mobiltätsbehinderte überhaupt nicht benutzbar, da deren einziger Zugang nur aus steilen Treppen besteht. Auch an den drei Oberkasseler Haltestellen (im Zuge der Linie 66) ist ein Einstieg in die Hochflur-Stadtbahnwagen nur äußerst erschwert möglich.  Ursache für das fehlende Tempo sind vor allem die nicht gestellten Förderanträge. Hier versuchte die Stadtspitze ‚erfolgreich‘ seit Jahren die städtischen Eigenanteile an der Finanzierung zu sparen. Vorbildcharakter für Bonn hat hier der oftmals gescholtene benachbarte Rhein-Sieg-Kreis, der alle seine Stadtbahn-Haltestellen fahrgast- und behindertenfreundlich bereits umgestaltet hat. Trotz der bereits seit über zehn Jahren vorhandenen Niederflur-Bahnen sind auch noch nicht alle Bonner Straßenbahn-Haltestellen komplett behindertengerecht umgestaltet. Dies gilt beispielsweise für die Haltestellen ‚Rosental‘, ‚Chlodwigplatz‘ (beide 61 und 65), ‚Poppelsdorfer Allee‘ und ‚Königstraße‘ (beide 61 und 62).  Offensichtlich scheint die Stadt Bonn mit der Deutschen Bahn AG (DB) in Wettbewerb treten zu wollen, wer notwendige Schienen-Infrastrukturmaßnahmen am längsten hinauszögern kann. Bekanntlich befindet sich die DB ja sowohl beim Bau der S 13 (Köln – Flughafen – Bonn-Oberkassel), als auch bei der RB 23 (Bonn – Euskirchen) inzwischen fast ein Jahrzehnt (!) in Verzug…“ 

 

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