Werden neue Krachgeräte angeschafft? – Teile der Verwaltung zu wenig lärmsensibel

Im Bau- und Vergabe-Ausschuss wurde vorige Woche eine Ausschreibung der Beschaffung von Gartengeräten und ?werkzeugen beschlossen. Ein Antrag der Grünen, Laubsauger und ?bläser davon auszunehmen wurde abgelehnt. Das Mitglied des Umwelt-Ausschusses Dr. Detmar Jobst erklärt dazu:

 

?Mit Bedauern müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass Teile der Verwaltung und der übrigen Ratsfraktionen Beschwerden aus der Bevölkerung über Lärmgeräte beharrlich ignorieren. Die im Bau- und Vergabe-Ausschuss beschlossene Ausschreibung begnügt sich mit der Anforderung, dass gesetzliche Vorschriften eingehalten werden müssen. Interessant ist, dass diese gesetzlichen Bestimmungen erhebliche Zwangsruhepausen vorsehen, wenn die Maschinen nicht lärmzertifiziert sind. Weil aber noch keine lärmzertifizierten Laubsauger und ?bläser existieren und es zudem keine wirksamen Kontrollen für die besagten Zwangspausen gibt, haben die GRÜNEN im Vergabeausschuss von deren Beschaffung abgeraten.

 

Es wäre ein Missverständnis anzunehmen, dass, wer gegen Lärm vorgeht, technikfeindlich sei. Umgekehrt wird ein Clou daraus: moderne Technik könnte Lärm dämpfen, käme sie denn zur Anwendung. Wer die Technikanbieter nicht dazu drängt, bremst technischen Fortschritt. Obwohl jedoch ein solcher GRÜNER Prüfauftrag zum  Thema ?Maschinenlärm? im Umweltausschuss mit der großen Mehrheit aller Fraktionen angenommen wurde, unterlässt die Stadtverwaltung bisher zusätzliche bürger- und anwenderfreundliche Anforderungen an die anzuschaffenden kleinen Maschinengeräte. Dies unterstreicht die Tatsache, dass Lärmemission als erhebliches Umweltproblem zwar erkannt, aber nicht besonders ernst genommen wird. Daher darf man gespannt sein, ob denn zumindest der aktuelle Diskussionsprozess an einer anderen Front, der europäische Umgebungslärm-Richtline gegen Auto- Schienen- und Industrie-Lärm, wirklich zu wirksamen Maßnahmen gegen Krach führen wird.?

 

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