Zum Einzelhandelsreport Bonn / Rhein – Sieg

Auf die Tatsache, dass die Stadt Bonn minimale Umsatzeinbußen im Vergleich zum Rhein-Sieg-Kreis hat, reagieren die Bonner Grünen mit Gelassenheit. Die Bonner Innenstadt mit ihrer zusammenhängenden Fußgängerzone, ihrem Flair und vielen inhabergeführten Spezialläden muss sich vor dem Umland nicht verstecken. Dennoch gilt es vorhandene nicht ausgeschöpfte Potenziale schnellst möglich zu realisierenDie wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen Monika Heinzel sieht dazu mehrere positive Ansätze. „Dazu gehört der Neubau der Sparkasse KölnBonn am Friedensplatz mit einem zentralen Einzelhandelsangebot in der City. Das Konzept der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes mit dem Abriss der Südüberbauung hat für uns ebenfalls oberste Priorität. Bonn ist ein attraktiver Einzelhandelsstandort mit einer starken Dynamik. Eine Einzelhandelsgalerie im Viktoriacarre mit interessanten Geschäften kann den positiven Trend verstärken.Die schwache Entwicklung des Einzelhandels in Bad Godesberg ist bedenklich. Das Problem sind überteuerte Immobilienpreise, die nur von unattraktiven Billigketten oder Ramschläden bezahlt werden können. Hier müssen Immobilienbesitzer und Geschäftsleute an einem Strang ziehen. Die Grünen haben vor Jahren die Initiative gestartet, eine Immobilien und Standortgemeinschaft zu initiieren. Leider ist das Projekt trotz Fördermöglichkeiten des Landes auf der Strecke geblieben. Die Gestaltung im öffentlichen Raum ist durch Werbeständer und großflächige Warenauslagen alles andere als attraktiv, in Bad Godesberg fehlt auf vielen Straßen die Wohlfühlatmosphäre. Die Grünen haben vor kurzem für Bad Godesberg eine modifizierte Gestaltungssatzung gefordert, die zurzeit mit den Akteuren vor Ort erarbeitet wird. Eine mglw. interessante Entwicklung zur Wiederbelebung der Bad Godesberger Innenstadt ist die Neugestaltung der Cityterrasse. Hier will ein Investor 7,5 Mio.€  investieren. Ganz erhebliche Bedenken haben wir gegen weitere Ansiedlungen von Märkten auf der grünen Wiese im Stadtgebiet von Bonn, aber auch in der Region. Um sie zu verhindern, muss man sich über Stadtgrenzen hinweg einig sein. Wir haben uns vom Kirchturmdenken der einzelnen Kommunen verabschiedet. In Bonn hat man sich zu einer regionalen Wirtschaftsförderung bekannt. Das regionale Einzelhandels- und Zentrenkonzept`, das aktuell fortgeschrieben wird, hat sich als gute Grundlage erwiesen, um die Ansiedlung großer Märkte zu regulieren.

 

Die Notwendigkeit der stärkeren Förderung der Zentren in den Stadtbezirken, als multifunktionale und lebenswerte Standorte, darf nicht auf dem Altar der großflächigen Einzelhandelsgläubigkeit geopfert werden. Inhabergeführte, individuelle Einzelhandelsgeschäfte mit einem interessanten Branchenmix gewährleisten die Nahversorgung und sichern Arbeitsplätze. Die erprobte Zielsetzung des räumlich-funktionalen Zentrenkonzeptes konnte bisher die Nahversorgung in den gewachsenen Bezirkszentren sichern.“

 

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