Stadt Bonn wendet sich gegen den Fahrradeinzelhandel

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Dem am Mittwoch, den 16.9.09 tagenden Planungsausschuss. liegt eine Beschlussvorlage der Verwaltung vor, nach der sich Fahrradhändler  auf der sogenannten „Grünen Wiese“ in Gewerbegebieten ansiedeln können. Dazu erklärt der planungspolitische Sprecher der Grünen und Fraktionsvorsitzende Karl Uckermann:

„Dieses Bestreben lässt alle Versicherungen von Verwaltung und Großer Koalition, die Bonner Einzelhandelszentren vor Märkten auf der ‚Grünen Wiese’ zu schützen, als blanken Hohn erscheinen.

Wir halten die Begründung der Stadtverwaltung, dass die bestehende Infrastruktur mit mittleren und kleinen Servicebetrieben einem Trend von stagnierenden und sinkenden Umsätzen unterworfen sei, für ungeprüft und an den Haaren herbeigezogen, nur um zwei großen Betrieben eine Ansiedlung in Gewerbegebieten in Lengsdorf und Beuel zu ermöglichen.

Diese einseitige Parteinahme für zwei große Anbieter und gegen die kleineren Fahrradläden wird den Branchenmix in den noch funktionierenden Einzelhandelszentren schwächen und durch weitere Leerstände deren Niedergang fördern. Dabei ist aus Sicht der Grünen in dem Fahrradbereich im letzten Jahrzehnt ein beachtlicher Zuspruch gegenüber den kleineren Unternehmen, die vor allem mit Serviceleistung bei ihrer Kundschaft punkten, zu bemerken.

Statt aber diese Nahversorgungsfunktion zu stärken, wird Discountern an den Rändern der Stadt der rote Teppich ausgerollt. Das vernichtet mehr Arbeitsplätze als es schafft und ist Planungspolitik von vorgestern.Der Bonner Fahrradfachhandel ist zu Recht empört. Viele von uns befragte Händler kannten die Beschlussvorlage gar nicht. Die Verwaltung hält es offensichtlich nicht für nötig, solche wichtigen Weichenstellungen in die betroffene Öffentlichkeit zu kommunizieren. Im Gegenteil: Die Beschlussfassung soll im Eiltempo von dem längst abgewählten Stadtrat in seiner letzten Sitzung am 24.9.09 durchgepeitscht werden.

Wir fordern vor der Beschlussfassung eine Anhörung des betroffenen Bonner Einzelhandels. Ersatzweise werden wir diese Vorlage ablehnen und werden die FahrradkundInnen in den Stadtteilen zu Protesten aufrufen.“

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