Mobilitätswende in Bonn – Für alle Menschen

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Für eine wirkliche Mobilitätswende müssen wir die Mobilität in Bonn neu denken, vorhandene Räume neu gestalten und bei neuen Räumen anders planen als bisher.

Auf ihrer Mitgliederversammlung im Oktober haben die Bonner GRÜNEN sich intensiv mit dem Thema Mobilität befasst und  über einen  „Mobilitätsantrag“ und die eingebrachten Änderungsanträge diskutiert und beraten. Anschließend wurde der Antrag einstimmig angenommen. Es gab keine Gegenstimme, keine Enthaltungen.
Den am 8. Oktober beschlossen Antrag „Mobilitätswende in Bonn – Für alle Menschen“ finden Sie im Anschluß.

MOBILITÄTSWENDE IN BONN – FÜR ALLE MENSCHEN

Mobilität – die Möglichkeit von einem Ort zum anderen zu kommen, zur Arbeit zu pendeln und Waren zu liefern – bedeutet Teilhabe und Freiheit für jede*n einzelne*n. Gleichzeitig ist die Verkehrs- und Mobilitätswende ein zentraler Baustein für den Klimaschutz. Deshalb brauchen wir eine umweltfreundliche, sozial gerechte und barrierefreie Mobilität, die das Klima schützt, die Bodenversiegelung begrenzt, die Lärm- und Luftbelastung minimal hält und allen Menschen die Möglichkeit gibt, sich frei in der Stadt zu bewegen.

Für eine wirkliche Mobilitätswende müssen wir die Mobilität in Bonn neu denken, vorhandene Räume neu gestalten und bei neuen Räumen anders planen als bisher. Wir möchten eine Stadt der kurzen Wege, in der die Menschen und ihre Mobilität im Mittelpunkt stehen und die auch Plätze zum Verweilen bietet. Dazu gehört für uns die Priorisierung des Fuß und Radverkehrs sowie des ÖPNV, um es allen Menschen in unserer Stadt zu ermöglichen, im gesamten Stadtgebiet klimafreundlich mobil zu sein.

Die Mobilitätswende wird bereits von vielen Bürger*innen in Bonn gelebt – zu Fuß, mit Fahrrädern, Lastenrädern oder als Nutzer*innen des Öffentlichen Nahverkehrs. Andere spielen vielleicht mit dem Gedanken, warten aber noch auf eine bestimmte Radroute, einen Stellplatz in der Radstation oder eine günstige Verbindung. Jede*n von ihnen unterstützen wir auf dem Weg zur klimafreundlichen Mobilität.

Hierbei wollen wir eng mit dem Rhein-Sieg-Kreis und der Region kooperieren. Betroffene Bürger*innen wollen wir frühzeitig mit Informationen und Beteiligung einbeziehen und begleiten. Nur so können wir als Kommune für Bonn und darüber hinaus einen Beitrag zur Mobilitätswende leisten.

Damit Bonn zur Lead City wird halten wir GRÜNE Bonn folgende Punkte für erste, wesentliche Schritte:

• Wir wollen eine Stadt der kurzen Wege und werden den Fußverkehr als wichtigsten Bestandteil der innerstädtischen Mobilität stärken. Das erfordert verkehrsberuhigte Bereiche (z.B. shared-space) und Geschwindigkeitsbegrenzungen genauso wie mehr und sichere Möglichkeiten, Straßen zu queren, wie z.B. Verkehrsinseln und Zebrastreifen sowie eine barrierefreie Gestaltung von ungestörten Fußwegen und Übergängen, die Mobilitätseingeschränkte nicht behindern.

• Radfahren macht Spaß, ist klimafreundlich und gesund. Deshalb wollen wir Radfahrer*innen in Bonn unterstützen und den Radverkehr in Bonn für alle Menschen attraktiver machen. Wichtige Schritte haben wir dafür in den letzten Jahren schon eingeleitet. Klar ist für uns aber auch, dass wir uns noch stärker für den Radverkehr in Bonn

• als zentrales Element unserer Mobilität einsetzen werden. Dazu gehören für uns: ein ausgewiesenes Radroutennetz durch Bonn ohne Hindernisse für Radfahrer*innen und mit Anschluss an Routen für Pendler*innen aus der Region, sichere und zum großen Teil überdachte Abstellplätze im öffentlichen Raum und auf Firmengelände, breite und geschützte Radwege und eine Baustellenführung, die v.a. auch den Radverkehr berücksichtigt. Wir setzen uns für mehr Stellplätze am Hauptbahnhof und weitere Radstationen an den Verknüpfungspunkten des Öffentlichen Nahverkehrs ein. Zudem wollen wir sichere und wettergeschützte Radstellplätze in Tiefgaragen und Parkhäusern sowie eine bedarfsgerechte Stellplatzversorgung für Fahrräder in Wohngebieten der Innenstadt erwirken.

• Der Lasten- und Güterverkehr soll wo immer möglich soweit wie möglich nicht nur auf EAutos, sondern auf Lastenfahrräder umgestellt werden.

• Neben dem Fuß- und Radverkehr ist der ÖPNV für uns ein zentraler Baustein für eine Mobilitätswende in Bonn. Es ist unser Ziel, das ÖPNV-Angebot in Bonn weiter zu optimieren und den Menschen in Bonn somit eine echte Alternative zum PKW zu bieten. Dafür bedarf es des Dreiklangs aus einem guten Angebot, einer hohen Zuverlässigkeit und günstigen Fahrpreisen. Das Stadt- und Straßenbahnnetz ist auszubauen. Ausfälle sind durch verstärkte Personalgewinnung, Verspätungen durch eine konsequente Bevorrechtigung gegenüber dem MIV zu minimieren. Das Tarifsystem des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg ist zu vereinfachen und die Fahrpreise spürbar zu senken. Hierzu gehören vor allem auch die SPNV- und ÖPNV- Angebote für die Pendler*innen aus dem Bonner Umland. Um allen Menschen den Zugang zum ÖPNV zu ermöglichen, setzen wir uns für ein stark vereinfachtes und transparentes Ticketsystem ein, das sowohl für Bürger*innen, als auch für Besucher*innen leicht zu verstehen ist. Hierfür wollen wir uns im VRS stark machen. Zudem müssen das allgemeine Preisniveau sowie ein Sozialtarif geprüft werden, damit Mobilität in Bonn für alle finanzierbar ist. Wir werden die Planungen für die Seilbahn weiter gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern konstruktiv begleiten, denn die Seilbahn kann zur zentralen Verbindung vom Venusberg zum UN-Campus und zur rechten Rheinseite werden.

• Bonn ist eine attraktive Stadt mit vielen Arbeitsplätzen und Freizeitangeboten. Dies lockt täglich viele Menschen auch von außerhalb in unsere Stadt. Darum möchten wir durch ein konsequentes Parkraummanagement, ähnlich wie es andere Städte wie Köln schon seit Jahren betreiben, das kostenfreie Parken auf öffentlichem Raum schrittweise beenden. Wir wollen die Einnahmen auch nutzen, um den ÖPNV zu stärken, Quartiere zu begrünen und Straßen so umzugestalten, dass sie für alle Menschen und Mobilitätsformen nutzbar werden. Denn wir wollen, dass wir alle den Aufenthalt vor der Haustür und unseren Straßen wieder mehr genießen können.

• Wir werden unsere Straßenplanung neu denken: Allzu oft kommen Fußgänger*innen und Radfahrer*innen in Situationen, bei denen nicht klar ist, wie sie ihren Weg regelkonform fortsetzen können. Wir wollen die bestehenden Stellen in der Stadt identifizieren und eindeutig regeln. Dabei setzen wir auf die Unterstützung der Bürger*innen, die jeden Tag auf den Straßen in Bonn unterwegs sind.

• Zudem wollen wir bei Neu- und Umbauten von Straßen alle Mobilitätsformen berücksichtigen und insbesondere den Fuß- und Radverkehr neben dem ÖPNV und Autoverkehr stärker in den Fokus nehmen.

• Wir wollen in allen Bereichen der Stadtpolitik Anreize für die Benutzung von klimafreundlichen und barrierefreien Verkehrsmitteln setzen und motorisierten Individualverkehr vermeiden.

Beschluss der Kreismitgliederversammlung am 08.10.2019

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