Expert:innengespräch „Armut in Bonn – Wie sieht sie aus und was können wir gegen sie tun?“

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„Armut in Bonn – Wie sieht sie aus und was können wir gegen sie tun?“ – das war der Titel des Expert:innengespräches, das der Ortsverband Bonn-Mitte von Bündnis 90 / Die GRÜNEN am 8. März 2023 durchgeführt hat.

Einstieg und Basis unserer Diskussionsrunde waren zwei exzellente Kurzvorträge externer Expert:innen, die uns über zentrale Aspekte des vielfältigen Themas „Armut in Bonn“ aufgeklärt haben.

Zunächst hat Nelly Grunwald, die Geschäftsführerin des Vereins für Gefährdetenhilfe (VfG), über Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Bonn gesprochen. Anschließend gab Ulrich Hamacher, der Geschäftsführer des Diakonischen Werks für Bonn und Region, einen Überblick zum Thema Kinder- und Familienarmut. Gemeinsam mit unseren GRÜNEN Mandatsträgerinnen Dr. Annette Standop (Fraktionsvorsitzende) und Eva Kuzu (Sozialpolitische Sprecherin) und vielen Beiträgen und Fragen aus dem Publikum wurden bei einer anschließenden Podiumsdiskussion Erfahrungen ausgetauscht und Lösungsansätze diskutier

Diese Kooperation ist auch dringend nötig.

So hat Nelly Grunwald uns vor Augen geführt, dass Wohnungs- und Obdachlosigkeit häufig Mitverursacher von psychischen Erkrankungen und Drogenabhängigkeit sind, wodurch betroffene Menschen schnell in einen Teufelskreis geraten, da solche Erkrankungen die Chancen auf dem Wohnungsmarkt erst recht reduzieren. Die extrem wichtige Arbeit der Sozialverbände, wohnungslose Menschen zu unterstützen, wird dabei immer wieder durch strukturelle Probleme behindert.

Dazu gehört, ein erheblicher Mangel an bezahlbarem Wohnraum, (den Bemühungen der städtische Wohnbaugesellschaft zum Trotz), sowie bürokratische Hürden in den Ämtern und ein Mangel an Kapazitäten in den Krankenhäusern.

Ulrich Hamacher verdeutlichte, dass die staatlichen Maßnahmen der sozialen Sicherung für Kinder und Familien bei Weitem nicht ausreichen, um Betroffenen aus der Armut zu helfen bzw. Armut zu verhindern, und dass die Inflation trotz zugesagter Erhöhungen und Ausgleichszahlungen für arme Familien in den letzten Jahren zu einer bedrohlichen Verringerung der Realeinkommen geführt hat. Aus seiner Sicht wird eine Kindergrundsicherung, die den Staat kein Geld Kosten darf, nicht zu der dringend benötigten Verbesserung beitragen.  Das Podium war sich einig, dass hier vor allem auf Bundesebene mehr passieren muss.

Im wertvollen Austausch zwischen Expert:innen und Teilnehmenden wurde deutlich, dass es auch von Seiten der Politik und der GRÜNEN Mitglieder viel Bereitschaft gibt, diese Themen gemeinsam anzugehen. So wurden zum Beispiel bilaterale Verabredungen getroffen, um Probleme, die bei den Prozessen der Agentur für Arbeit oder bei der Beantragung kommunaler Hilfen derzeit zu Schwierigkeiten führen, gemeinsam zu bearbeiten.

Am Ende des Abends fassten alle Teilnehmer:innen des Podiums zusammen, was sie von dem Austausch mitgenommen haben. Die beiden externen Referenten hoben ihre Freude darüber, dass die Stadt bereits viele wichtige Punkte angeht und dass die GRÜNEN selbstkritisch und veränderungsbereit auf das Thema schauen, hervor. Unsere Mandatsträgerinnen sahen sich darin bestätigt, wie wichtig Sozialpolitik als Fokusthema der GRÜNEN ist. Und die anderen Teilnehmer:innen können auf einen spannenden Abend zurückblicken voll konstruktiver Diskussionen zu einem Thema, dass für uns von größter Wichtigkeit ist.

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