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Am 02.07.24 hatten wir die Möglichkeit, das Heizkraftwerk Nord der Stadtwerke Bonn an der Karlstraße zu besichtigen. Der vom Stadtrat verabschiedete Klimaplan setzt mit der angestrebten Klimaneutralität im Jahr 2035 ein ehrgeiziges aber auch unbedingt notwendiges Ziel. Im Rahmen einer von den Bonner GRÜNEN initiierten Veranstaltungsreihe zum Klimaplan wollten wir besser verstehen, welche Anstrengungen unter anderem die Stadtwerke unternehmen, auch bei der Wärme- und Stromversorgung bis 2035 klimaneutral zu werden. Eine große Gruppe Interessent*innen nutzte die Möglichkeit, die Kraftwerksanlagen in Augenschein zu nehmen, unzählige Fragen zu stellen und mit den Experten der Stadtwerke über die Strategien zur Dekarbonisierung der Wärme- und Stromversorgung zu diskutieren. Das Heizkraftwerk trägt vielfältig zur Wärme- und Stromversorgung der Stadt bei. Zum einen wird heißer Dampf, als Nebenprodukt der benachbarten Müllverwertungsanlage, ganzjährig für die Fernwärme aber auch für den Antrieb einer Dampfturbine und damit zur Erzeugung von Strom genutzt. Zum anderen besteht das Kraftwerk aus weiteren Einheiten in denen zu Spitzenverbrauchszeiten mittels der Verbrennung von Gas (ggfs. sogar Öl) weitere Gas- und Dampfturbinen angetrieben werden. Die in diesem Prozess anfallende Wärme wird ebenfalls für das Fernwärmenetz verwendet, ganz besonders in Wintermonaten in denen der Wärmebedarf deutlich höher liegt. Die Erzeugung von Strom und zeitgleiche Verwendung der in dem Prozess anfallenden Wärme nennt sich Kraftwärmekopplung. Das Heizkraftwerk versorgt zurzeit ca. 2.700 Gebäude in der Stadt mit Fernwärme, darunter eine Vielzahl von öffentlichen Gebäuden und schätzungsweise rund 25.000 private Haushalte. Bis zum Jahr 2035 soll der Anteil der Fernwärme in der städtischen Wärmeversorgung laut Klimaplan von 14% auf 28% steigen. Während die aus der Verbrennung von Müll weiterverwerte Wärme zumindest in Teilen als klimaneutral anerkannt wird, ist Verbrennung von Erdgas mitnichten klimaneutral. Wie wir bei unserem Besuch erfahren haben, haben die Stadtwerke dazu nun erstmals Gasturbinen in Betrieb genommen, die eine Beimischung von grünem Wasserstoff zum Erdgas erlauben. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Grüner Wasserstoff ist jedoch noch gar nicht in bezahlbaren Mengen vorhanden und ein Wasserstofftransportnetz fehlt auch noch. Nicht die einzige Unbekannte, weiter braucht es ausreichend Fachkräfte (z.B. für Ausbau des Fernwärmenetzes) um diesen Transformationsprozess zur Klimaneutralität umzusetzen, den nicht nur unsere Stadt, sondern zahlreiche Kommunen mit einer kommunalen Wärmeplanung gerade angestoßen haben. Es bleibt also viel zu tun für die Bonner Stadtwerke, die Politik kann diesen Prozess durch Schaffung von Planungssicherheit unterstützen. Darüber hinaus sind die Stadtwerke Bonn in Planung einer Flusswärmepumpe, als weiteren Baustein einer klimaneutralen Wärmeversorgung der Stadt, eingestiegen. Ein spannendes Zukunftsprojekt, dass wir mit großem Interesse weiterverfolgen werden. Kein Bestandteil der klimaneutralen Wärmeversorgung Bonns wird nach Aussage der Experten der Stadtwerke hingegen die Versorgung einzelner Haushalte mit grünem Wasserstoff. Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Wilhelm, Herrn Heid, und Herrn Driller von den Bonner Stadtwerken für die interessante Führung und für die Zeit die sie sich genommen haben, unsere Fragen so ausführlich zu beantworten. Noch mehr spannende Veranstaltungen gibt es übrigens hier.