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Die jüngste Ortsmitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bad Godesberg stand ganz im Zeichen intensiver inhaltlicher Diskussionen und eines neuen Beteiligungsformats. In einem Open Space wurden parallel mehrere Themen bearbeitet – von der Kommunikation im Ortsverband über „Rhein in Flammen“, Wohnen und Stadtplanung bis hin zum Mitmachbudget-Projekt Disc-Golf und der Zukunft des Bad Godesberger Schauspielhauses. So konnten viele Perspektiven eingebracht und konkrete Impulse für die weitere politische Arbeit im Stadtbezirk gesammelt werden.
Im Mittelpunkt der Versammlung stand der Antrag zum Erhalt des Schauspielhauses Bad Godesberg als Theaterbühne der Stadt Bonn. Der gemeinsame Antrag des Ortsvorstands und der Bezirksfraktion wurde von den Mitgliedern einstimmig ohne Gegenstimmen angenommen. Damit bekräftigen die GRÜNEN Bad Godesberg ihre im Kommunalwahlprogramm 2025 verankerte Position, das Schauspielhaus am Theaterplatz dauerhaft zu sichern. Die Mitgliederversammlung stellt fest, dass aus der aktuell vorliegenden Konzeptstudie zur „Zukunft Bonner Bühnen“ keine vollständigen, stichhaltigen Argumente hervorgehen, die eine Schließung des Theaterbetriebs in Bad Godesberg rechtfertigen.
Besonders kritisch sehen die GRÜNEN Bad Godesberg die von Oberbürgermeister Guido Déus favorisierte Variante, in der sowohl das Schauspielhaus Bad Godesberg als auch die Oper in der Bonner Innenstadt aufgegeben und durch einen Neubau in Beuel ersetzt werden sollen. Die vorschnelle Festlegung des Oberbürgermeisters, noch bevor die Verwaltungsvorlage in den zuständigen Gremien beraten wurde, sorgt unter den Bad Godesberger Mitgliedern für Unverständnis. Zugleich bleibt unklar, ob die vorgestellte „günstigste“ Variante bei realistischer Betrachtung tatsächlich die kostengünstigste ist, da wichtige Investitionen (z. B. in die Erschließung durch den ÖPNV in Beuel) und Sanierungskosten des denkmalgeschützten Schauspielhauses bislang nicht vollständig eingepreist erscheinen.
Im Antrag wird hervorgehoben, dass das Schauspielhaus als denkmalgeschützter Bau das Herzstück der Bad Godesberger Innenstadt ist, den Stadtbezirk kulturell, baulich und historisch prägt und Gastronomie sowie Einzelhandel stärkt. Für die vielen Schulen im Stadtbezirk ist das Theater ein zentraler Ort kultureller Bildung, an dem Kinder und Jugendliche Theater nicht nur als Publikum, sondern auch aktiv auf der Bühne erleben. Aus Sicht der GRÜNEN Bad Godesberg ist das Schauspielhaus daher kein Luxus, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und ein entscheidender Baustein für einen offenen, lebendigen und demokratischen Stadtbezirk.
Die Ortsmitgliederversammlung machte deutlich, dass eine so weitreichende Grundsatzentscheidung zu den Bonner Bühnen nur auf Basis einer vollständigen und transparenten Darstellung aller ökonomischen, kulturellen, sozialen, ökologischen und stadtbezirkspolitischen Aspekte getroffen werden kann. Die GRÜNEN Bad Godesberg erwarten daher eine seriöse Überarbeitung der Betrachtungen und eine breite öffentliche Debatte, bevor der Rat der Stadt Bonn entscheidet.
Auch personell brachte die Versammlung wichtige Weichenstellungen: Das langjährige Vorstandsmitglied Martin Pitzer wurde aus dem Vorstand verabschiedet. Die Mitglieder dankten ihm herzlich für seine engagierte Arbeit in den vergangenen Jahren – sein neuer Kreisverband gewinnt mit ihm ein hoch engagiertes Mitglied. Für seine Position wurde Bastian Prätorius neu in den Vorstand gewählt, den der Ortsverband herzlich willkommen heißt und sich auf die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren freut.