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Bonn, 12. Mai 2026 – Stellen Sie sich vor, Sie sind vor einiger Zeit aus einem Land geflohen, in dem Frauen entrechtet, Menschen verfolgt und Gegner brutal unterdrückt werden. Sie haben vor diesem verbrecherischen und menschenverachtenden Regime Schutz in Deutschland gesucht.
Und nun entscheiden genau diese Menschen wieder über Ihr Leben.
Das ist nach aktuellen Recherchen des ZDF Magazin Royale vor Kurzem in Bonn passiert: Afghan*innen wurden im Kontext von Abschiebungen auf dem Gelände einer deutschen Bundesbehörde Taliban-Vertretern vorgeführt.
Die Bundesregierung spricht in diesem Zusammenhang von „technischen Kontakten“ zu den Taliban. Aus Sicht der Grünen Bonn geht das jedoch längst weit darüber hinaus. Wenn Taliban-Vertreter Zugang zu offiziellen Strukturen erhalten und Menschen, die vor den Taliban geflohen sind, ihnen erneut gegenübertreten müssen, ist eine politische Grenze überschritten.
Die Bonner Grünen zeigen sich über diese Vorgänge zutiefst erschüttert und starten deshalb eine bundesweite Kampagne gegen die Zusammenarbeit deutscher Behörden mit Taliban-Vertretern.
Mit einer Petition und öffentlichkeitswirksamen Aktionen fordern die Grünen Bonn unter anderem vollständige Transparenz über alle Kontakte zwischen deutschen Behörden und Taliban-Vertretern, klare rote Linien gegen Treffen in Behördenräumen, ein Ende der politischen Aufwertung der Taliban sowie den Schutz gefährdeter Menschen mit deutscher Aufnahmezusage.
Katrin Uhlig, Bundestagsabgeordnete aus Bonn, erklärt: „Die Bundesregierung erkennt die Taliban aus gutem Grund offiziell nicht an, gleichzeitig findet aber eine faktische Zusammenarbeit statt. Dieser Widerspruch darf nicht länger mit angeblich rein ‚technischen Kontakten‘ erklärt werden.
Wenn Taliban-Vertreter Zugang zu offiziellen Strukturen erhalten und Menschen, die vor dem schrecklichen Regime und den Taten der Taliban geflohen sind, nun gezwungen werden, ihnen erneut gegenübertreten, ist die Grenze weit überschritten.“
Sebastian Hildebrand und Elisabeth Stanzl, Vorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Bonn, ergänzen: „Menschen, die vor den Taliban geflohen sind, dürfen nicht durch deutsche Behörden erneut in Kontakt mit Taliban-Vertretern gezwungen werden. Gleichzeitig warten weiterhin gefährdete Menschen mit deutscher Aufnahmezusage auf ihre sichere Ausreise. Das ist politisch, menschlich und menschenrechtlich nicht hinnehmbar. Gerade weil Teile dieser Vorgänge offenbar auch in Bonn stattgefunden haben, braucht es jetzt vollständige Transparenz und politische Konsequenzen.“
Die Petition richtet sich insbesondere an den Bundeskanzler, den Bundesinnenminister und den Bundesaußenminister.
Die Grünen Bonn kündigen an, die Kampagne in den kommenden Wochen gemeinsam mit Unterstützer*innen aus Politik und Zivilgesellschaft weiter auszubauen. Geplant sind unter anderem Social-Media-Formate, Pressearbeit sowie der Austausch mit der afghanischen Community in Bonn.
Die Petition ist abrufbar unter: https://actionnetwork.org/forms/bonn0526/
Weitere Informationen zu dem Thema: https://gruene-bonn.de/partei/petition-taliban-deutsch/
Pressekontakt:
Elisabeth Stanzl & Sebastian Hildebrand, Vorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bonn, vorstand@gruene-bonn.de