Friedrich-Breuer-Straße: Geschäfte sehen Veränderung auch positiv

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Eine verhältnismäßig kleine Umfrage sollte nicht die Debatte dominieren

BEUEL, 10. Oktober 2024. „Wo sind die Sitzmöbel hin?“ „Wo können meine Kunden jetzt am besten ihr Fahrrad abstellen?“ Diese und viele weitere Fragen bekommen wir in regelmäßigen Gesprächen mit Gewerbetreibenden und Bürger:innen gestellt. Aus diesem Austausch geht ein deutlich positiveres Bild zur Testphase in der Friedrich-Breuer-Straße hervor, als es die jüngste Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg suggeriert.

„In den vielen Gesprächen mit den Gewerbetreibenden zeigt sich kein so negatives Bild wie es die Umfrage suggeriert“, stellt Verena Zintgraf (Grüne) klar. „Viele Geschäfte, aber auch Arztpraxen und Supermärkte haben uns gegenüber mitgeteilt, dass sie durch die Testphase keine Einschränkung der Erreichbarkeit für ihr Gewerbe sehen, da die Kunden weiterhin mit dem Auto, Bus und Bahn oder Taxi die Straße gut erreichen könnten. Gleichzeitig wünschen sich viele Inhaber:innen von Geschäften die Sitzmöbel zurück oder mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Wir haben keine Umfrage durchgeführt, und erst recht keine repräsentativen Statistiken, aber aus den vielen Gesprächen nehmen wir wahr, dass die Testphase für viele Geschäfte einen geringen wirtschaftlichen Einfluss hat, einige wenige berichten von weniger Umsatz, aber andere auch von gestiegenen Kundenzahlen.“

„Es ist sehr wichtig, dass wir die Rückmeldungen der Gewerbetreibenden ernst nehmen und ihre Sorgen berücksichtigen, aber gleichzeitig sollten wir darauf achten, dass die Ergebnisse einer verhältnismäßig kleinen Umfrage nicht die gesamte Debatte dominieren“, betont Bezirksbürgermeister Guido Pfeiffer (Grüne). „Es gilt daher alle von einer Umgestaltung Betroffenen, ob nun Mitglied der GGB oder nicht, zu hören und ihre Bedenken mit in die Analyse einzubeziehen.“

„Als Beueler Koalition sehen wir in der Umfrage der IHK zur Friedrich-Breuer-Straße nur eine begrenzte Aussagekraft“, erklärt Gerhard Baumgärtel, Fraktionssprecher der Beueler Grünen. „Von über 60 direkt an der Friedrich-Breuer-Straße ansässigen Geschäften und Gewerbe haben lediglich 25 Unternehmen an der Umfrage teilgenommen. Von diesen 25 meldeten ganze 3 Betriebe (12%) eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation innerhalb der letzten drei Jahre. Zwei Betriebe sagen auch, dass es sich deutlich verbessert habe. Selbstverständlich bedauern wir, wenn Betriebe subjektiv wirtschaftliche Probleme in Zusammenhang mit dem Verkehrsversuch sehen. Die Umfrage der IHK erweckt dabei den Anschein, einen Großteil der Gewerbetreibenden abzudecken. Die geringen absoluten Zahlen können jedoch nicht repräsentativ für die gesamte Geschäftswelt auf der Friedrich-Breuer-Straße sein.“

„Die Ergebnisse der IHK-Umfrage spiegeln nicht das Feedback der Beuelerinnen und Beueler wider“, meint auch Alexander-Frank Paul, Bezirksverordneter der SPD. „In vielen individuellen Gesprächen mit Besucherinnen und Besuchern der FBS, an meinem Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld zeigt sich ein völlig anderes Bild. Gerade der Rückgang des Verkehrsaufkommens, die Ruhe und die neu geschaffene Aufenthaltsqualität kommen bei den Kundinnen und Kunden sehr gut an. Dass es für 24% der 83 befragten Gewerbetreibenden eine deutliche Verschlechterung bei der Aufenthaltsqualität durch die Begrünung und die Sitzgelegenheiten geben haben soll – und diese sogar wieder rückgängig gemacht werden sollen – lässt mich an am Inhalt der Umfrage zweifeln. Welcher Gewerbetreibende hat denn etwas gegen eine Aufwertung der Einkaufsstraße von Beuel? Von 500 angeschriebenen Gewerbetreibenden in Beuel melden sich nur 83 zurück und die meisten haben keinen direkten Bezug zur FBS – hier von einer eindeutigen Meinung zu sprechen ist für uns nicht nachvollziehbar.“

Achim Joest, für die Linke in der BV Beuel ergänzt: „Als Beueler Koalition möchten wir hervorheben, dass die Testphase Teil einer langfristigen Strategie zur Verbesserung der Lebensqualität, des Klimaschutzes und der Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel ist. Das Beueler Zentrum ist ja nach wie vor gut mit dem Auto zu erreichen. Es sind noch über 95% der Parkplätze verfügbar und das von der Opposition befürchtete Verkehrschaos ist während der Testhase bisher ebenfalls ausgeblieben. Die Umfrage zeigt zudem, dass viele Gewerbetreibende einer Aufwertung des öffentlichen Raums und einer Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Straße positiv gegenüberstehen.“

Die Umfrage zeige eben auch, dass die Geschäfte durchaus bereit für Veränderung sind, betont Silke Uckermann, Fraktionssprecherin der Grünen in Beuel. „Nur ein Bruchteil der betroffenen Unternehmen sieht sich durch die Testphase direkt negativ beeinflusst. Laut der Umfrage geben sogar mehr Betriebe auf der Friedrich-Breuer-Straße an, dass der Umsatz seit der Testphase gestiegen sei, als dies im Beueler Vergleich der Fall ist.“

„Wir sind nach wie vor von der Testphase für die FBS überzeugt, denn sie zeigt auf, wie wir in Beuel diese Art von Innenstadt gestalten können. Mit einem Mehrwert für die Menschen, für die Gewerbetreibenden und die Besucherinnen und Besucher. Die Aufwertung durch Sitzmöbel und Begrünung während dem ersten Teil der Testphase hat Beuel nachweislich gut getan“, fasst Alexander-Frank Paul (SPD) zusammen.

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