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Bonn, 12. Juni 2025.
Mit einem Investitionsvolumen von inzwischen 700 Millionen Euro sollte ein attraktives Angebot zwischen Bonn, dem Flughafen Köln/Bonn und dem Kölner Umland geschaffen werden. Mit der S 13 als leistungsstarke Verbindung auf der rechtsrheinischen Strecke war eine moderne S-Bahn-Verbindung als Teil des Berlin-Bonn-Vertrages vorgesehen. Was nun geplant ist, ist jedoch kaum mehr als eine teure Enttäuschung. Anstelle der versprochenen und in den Plänen enthaltenen durchgehenden S-Bahn-Linie von Bonn-Oberkassel über den Flughafen und Köln Hbf bis nach Düren, sollen künftig lediglich drei Züge pro Stunde und Richtungauf der neuen Strecke zwischen Bonn-Beuel und Troisdorf fahren – davon zwei als Mini-S-Bahnen, die nur zwischen Beuel und Troisdorf pendeln. Eine Art Bimmelbahn auf wenigen Kilometern Strecke – für Hunderte Millionen Euro und massive Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner durch Lärm, Dreck und Verkehrschaos während der mehrjährigen Bauzeit. Auf unbestimmte Zeit, bis die bauliche Einfädelung in Troisdorf erfolgt und große Ausbauten in Köln realisiert wurden, sollen Fahrgäste aus Bonn weiterhin umständlich in Troisdorf umsteigen – mit aufwändigem Bahnsteigwechsel und Wartezeiten. Selbst gegenüber dem heutigen stauanfälligen Flughafenbus würden sich in Summe die Fahrtzeiten für die Fahrgäste nicht verbessern. Das ursprüngliche Betriebskonzept ist stillschweigend beerdigt worden. Wichtige Passagen, wie die durchgehende Verbindung bis Düren, finden sich nicht einmal mehr in aktuellen Unterlagen von go.Rheinland.
Hintergrund: Während des Baus der S13 wurden freie Trassen durch die heutige S19 belegt. Das Ziel, die S13 so schnell wie möglich umzusetzen, wurde weiterhin verfolgt. Doch jetzt soll dieses Provisorium zum Dauerzustand werden, der Zulasten der Fahrgäste aus Bonn und Sankt Augustin geht, die bereits jahrelang auf die Einführung der S13 warten. So kam es auch zu den Äußerungen, dass zunächst ein Überwerfungsbauwerk in Troisdorf und Ausbauten in Köln notwendig seien. Deren Realisierung wird Jahrzehnte dauern.
Angesichts des erheblichen Fahrgastpotenzials zwischen Beuel und Köln ist es nicht nachvollziehbar, warum gerade hier eine so schwache Lösung favorisiert wird. Die Gefahr ist groß, dass die wenigen Züge weitgehend leer bleiben – und die Enttäuschung bei den Menschen, die jahrelang auf eine echte Verbesserung gehofft haben, umso größer sein wird.
Daher fordern wir, dass die ursprünglichen Zusagen im Rahmen des Berlin-Bonn-Gesetzes eingehalten werden. Ein ernsthafter Kompromiss ist das Mindeste, was Bonn und den Menschen an der rechten Rheinstrecke zusteht. Von den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, die die bisher verausgabten rund 700 Mio. € gezahlt haben, ganz zu schweigen. Gleichfalls müssen die Planungen zur Verlängerung von Beuel bis Oberkassel nun endlich ernsthaft ohne Unterbrechung angegangen werden.