Stadtbezirk Bonn darf nicht zum Verlierer der Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft werden

Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz vor dem Hauptgebäude der Universität Bonn.
Marcel Randazzo

29. Juni 2026

Die von der Stadtverwaltung vorgelegte Fortschreibung des Bonner Bäderkonzepts sorgt im Stadtbezirk Bonn für große Verunsicherung. Dass die Planungen zur Sanierung des Frankenbades gestoppt und gleichzeitig das endgültige Aus für das Melbbad vorgesehen werden, trifft den bevölkerungsreichsten Stadtbezirk besonders hart.

„Unsere Bäder sind weit mehr als Orte zum Schwimmen. Sie sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, Begegnungsorte für Familien und Vereine sowie wichtige Orte der Abkühlung in immer heißeren Sommern“, erklärt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Dr. Ursula Bach.

Besonders kritisch sieht sie die geplante Aufgabe des Melbbades. „Rund 75.000 Bonnerinnen und Bonner haben sich bei der aktuellen Kampagne für den Erhalt des Melbbades ausgesprochen. Dieses deutliche Votum darf nicht einfach beiseitegeschoben werden. Es zeigt an, den Bürgerwillen ernst zu nehmen.“

„Gleichzeitig verfolgen wir das Leitbild der 15-Minuten-Stadt. Dazu gehört, dass Einrichtungen der Daseinsvorsorge möglichst wohnortnah erreichbar sind – auch Schwimmbäder. Gerade in einem dicht besiedelten Stadtbezirk wie Bonn müssen Sport-, Freizeit- und Gesundheitsangebote für alle Menschen gut erreichbar bleiben,” sagt Fraktionsvorsitzender Benedikt Bastin.

„Natürlich müssen wir verantwortungsvoll mit öffentlichen Geldern umgehen. Aber wer bereits beschlossene Planungen stoppt, muss mehr vorlegen als neue Prüfaufträge. Die Menschen brauchen Verlässlichkeit und eine klare Perspektive für ihre Bäder. Das gilt auch für innovative Projekte wie das geplante Badeschiff“, sagt Eva Kuzu, BV-Mitglied und Ausschussvorsitzende Soziales. Hier droht eine zukunftsweisende Idee ins Leere zu laufen, obwohl ein privatwirtschaftlicher Betrieb grundsätzlich denkbar wäre. Die Stadt sollte deshalb aktiv das Gespräch mit potenziellen Betreiberinnen und Betreibern suchen, anstatt solche Projekte ergebnislos versanden zu lassen. Gerade innovative Kooperationen können dazu beitragen, das Angebot an Schwimm- und Freizeitmöglichkeiten in Bonn zu erweitern, ohne den städtischen Haushalt allein zu belasten.

Die GRÜNE BV-Fraktion wird sich in den Beratungen der Bezirksvertretung Bonn dafür einsetzen, dass die Interessen des Stadtbezirks konsequent vertreten werden:

„Der größte aller Stadtbezirke mit 155.000 Einwohnenden darf nicht zum Verlierer der Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft werden. Lebenswerte Quartiere brauchen kurze Wege auch zum Schwimmbad.“

Streichen in der neuen Kreisge…