Enttäuschung über das Aus für geförderten Wohnungsbau an der Poliklinik

Die GRÜNE Ratsfraktion hat ´extrem ernüchtert` auf die Informationen zum Gelände der ehemaligen Poliklinik reagiert. Jetzt möchte das Universitätsklinikum Bonn (UKB) dort ein Wohnheim für Pflegekräfte errichten. Eigentlich sollte das städtische Wohnungsunternehmen VEBOWAG zwischen Wilhelmstraße und Annagraben über 100 geförderte Wohnungen errichten. Dieses Projekt sollte auch Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) ermöglichen, innenstadtnah zu wohnen.

„Wir sind enttäuscht, dass die geplante Bebauung auf dem Gelände der ehemaligen Poliklinik jetzt nicht mehr zu realisieren ist. Gerade für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen brauchen wir dringend geeigneten Wohnraum in der Innenstadt, um eine weitere Verdrängung dieser Menschen in die Außenbezirke zu verhindern. Das Gelände an der Poliklinik bietet sich dafür auf ideale Weise an. Es ist nur schwer verständlich, warum die Universitätsklinik gerade hier – in so großer Entfernung zu ihren Arbeitsplätzen – Wohnungen für Pflegekräfte realisieren will“, so Annette Standop, sozialpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion.

Rolf Beu, Vorsitzender des Ausschusses für Planung, Verkehr und Denkmalschutz: „Wir stehen jetzt vor der Notwendigkeit schnellstmöglich für die VEBOWAG ein innenstadtnahes Grundstück zu finden und ggf. zu erwerben, auf dem sie die im Bereich Wilhelmstraße/Annagraben vorgesehene Anzahl von Wohneinheiten errichten kann, sollten das UKB, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) und das Land NRW von ihren aktuellen Plänen nicht mehr abrücken. Die Erlöse aus dem Verkauf des Areals des Erzbergerufers sind unverändert komplett für den geförderten Wohnungsbau zu verwenden. Dagegen kann nicht argumentiert werden, dass etliche der Pflegekräfte, die in das UKB-Wohnheim einziehen sollen, selbst über einen WBS verfügen könnten.“

Darüber hinaus betonen beide Stadtverordnete, dass die Erlöse aus dem Verkauf des Erzbergerufers für den Bau von gefördertem Wohnungsbau reserviert bleiben müssten. Dort wird nun ein Hotel gebaut. Die Erlöse des Grundstückverkaufs sollten eigentlich dazu genutzt werden, um das Grundstück der ehemaligen Poliklinik für die Schaffung von gefördertem Wohnraum aufzukaufen.

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