Warum wird über ein Parkraumkonzept in Ramersdorf gesprochen?
Die Stadt Bonn hat 2022 eine Parkraumstrategie beschlossen. Seitdem werden in Stadtteilen mit besonders hohem Parkdruck schrittweise passende Konzepte erarbeitet – zuletzt in der Nordstadt und aktuell in Beuel-Mitte.
Ziel der Parkraumstrategie ist es, die Lebensqualität zu steigern: Weniger Fremdparken und Parksuchverkehr schaffen mehr freie Stellplätze für Anwohnende und zusätzlichen Raum für Fußgänger*innen sowie andere Nutzungen. Ein Parkraumkonzept hilft, den Verkehr zu ordnen, die Sicherheit zu verbessern und den öffentlichen Raum attraktiver zu gestalten.
Ramersdorf steht nun weit oben auf der Prioritätenliste für die Einrichtung weiterer Parkraumkonzepte. Grund ist u.a. der geplante Umzug der Stadtverwaltung mit vielen Mitarbeitenden an die Oberkasseler Straße Ende 2026. Ein Parkraumkonzept wird es den Anwohnenden leichter machen, Parkplätze zu finden und die Wohnviertel von Pendelverkehr zu entlasten.
Was beinhaltet ein Parkraumkonzept?
Ein Parkraumkonzept ist ein Plan, um den Parkdruck in einem Stadtteil zu verringern. Es wird individuell auf die Gegebenheiten vor Ort zugeschnitten und kann u. a. Maßnahmen wie Bewohnerparken, Parkgebühren für Fremdparker*innen, ausreichend breite Gehwege sowie – je nach Bedarf – Radabstellplätze, Carsharing-Angebote oder Ladesäulen enthalten. Ziel ist, dass Anwohnende leichter einen Parkplatz finden, weniger Parksuchverkehr entsteht und mehr Platz für sichere und attraktive Straßen bleibt.
Wann kommt das Parkraumkonzept in Ramersdorf?
Ein konkretes Konzept gibt es noch nicht.
Zunächst beauftragt die Stadt ein externes Fachbüro mit einem Gutachten zur Parksituation. Wird ein hoher Parkdruck nachgewiesen, folgt eine Bürger*innenbeteiligung – etwa in öffentlichen Veranstaltungen und online.
Auf Basis des Gutachtens und der Rückmeldungen aus der Bürgerschaft in einer Beteiligungsveranstaltung vor Ort sowie einer Online-Beteiligung, erstellt die Verwaltung gemeinsam mit dem Fachbüro den Entwurf. Nach Beschluss durch den Stadtrat wird das Konzept vor Ort umgesetzt. Vorab informiert die Stadt noch einmal ausführlich über die nächsten Schritte.
Wie funktioniert das Parken mit Parkraumbewirtschaftung – und was kostet es?
Anwohnende parken mit einem Bewohnerparkausweis im Gebiet. Handwerksbetriebe und Pflegedienste können für ihre Arbeit einen Handwerkerparkausweis beantragen. Nicht-Bewohner*innen zahlen eine Parkgebühr.
Der Stadtrat legt in der Parkgebührenordnung fest, wie hoch die Gebühren sind, zu welchen Zeiten sie gelten und wann kostenlos geparkt werden kann. In der Nordstadt gilt z. B. Montags bis Samstags von 8 bis 20 Uhr Gebührenpflicht, abends und sonntags ist das Parken frei.
Was kostet ein Bewohnerparkausweis?
Ein Bewohnerparkausweis kostet aktuell 360 Euro pro Jahr (ca. 1 Euro pro Tag). Mit Bonn-Ausweis sind es 90 Euro. Antragsberechtigt sind Personen mit Hauptwohnsitz im Bewohnerparkgebiet, die ein eigenes oder dauerhaft überlassenes Auto besitzen und keine private Stellplatzmöglichkeit haben. Pro Person wird nur ein Ausweis ausgegeben.
Welche Vorteile hat ein Parkraumkonzept für Anwohnende?
Durch die Bewirtschaftung der Parkplätze finden Anwohnende leichter einen Parkplatz im Wohngebiet, denn es gibt weniger Fremdparker.
Gleichzeitig sind die Gehwege im Wohnviertel mit mindestens 1,50 m Breite nutzbar – gut für Kinderwagen, Einkaufstaschen, Rollator oder Rollstuhl
Es gibt mehr Platz und Angebote für nachhaltige Mobilität: Fahrradabstellanlagen, Mobilstationen, Carsharing, E-Ladesäulen
Warum soll Parken Geld kosten?
Öffentliche Parkplätze sind knapp, teuer im Bau und Unterhalt und bisher oft kostenlos. Das führt zu immer mehr Autos, dauerhaft belegten Flächen und weniger Raum für Grün, sichere Gehwege und Radwege.
Ein Auto steht im Schnitt 23 Stunden am Tag ungenutzt, private Stellplätze wie Garagen werden oft zweckentfremdet. Mit Parkgebühren will die Stadt den begrenzten Platz gerechter und effizienter nutzen: Anwohnende sollen leichter parken, Besucher*innen werden in Parkhäuser oder zum ÖPNV gelenkt. Die Einnahmen fließen in den Ausbau von Bus, Bahn und umweltfreundlicher Mobilität. Davon profitieren alle,auch diejenigen, die weiterhin auf ein Auto angewiesen sind.
Welche Erfahrungen gibt es bisher in Bonn?
In der inneren Nordstadt (Altstadt) wurde das Parkraumkonzept Ende 2024 eingeführt – mit spürbaren Vorteilen für Anwohnende: Trotz des Wegfalls einiger Stellplätze für breitere Gehwege und Radbügel sind seitdem deutlich mehr Parkplätze frei.
Auch auf dem Venusberg profitieren die Bewohner*innen seit Einführung eines Parkraumkonzepts davon, dass z. B. Klinikpendler*innen nicht mehr kostenlos im Wohngebiet parken.