Zukunftsfragen Europa

Am Montag, den 25.03.2019 diskutierten Gäste aus Politik und Wissenschaft in einem Veranstaltungsformat der Europa-Projektgruppe der Bonner GRÜNEN über Zukunftsfragen der Europäischen Union.

Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie und warum Populismus in Europa immer stärker wird und was man auf in der Politik gegen rechte Meinungsmache unternehmen kann. Die Bonner Europakandidatin Alexandra Geese wies zu Beginn auf den europaweiten Anstieg der gesellschaftlichen Ungleichheit hin und betonte frauenfeindlichen Tendenzen der rechten Bewegungen. Anschließend stellte der Politikwissenschaftler Dr. Volker Best eine Definition des Begriff ‚Populismus‘ vor, bei der das Volk als homogene Gruppe den ebenfalls homogen dargestellten Eliten eines Landes gegenübergestellt werden. Im Verlauf der weiteren Diskussion ging es immer wieder um die Gefahren einer solchen plakativen Gegenüberstellung von ‚einfachem Volk‘ und ‚eiltärem Establishment‘.

Osteuropa-Experte Dr. Thomas Winter beleuchtete verschiedene rechtspopulistische Bewegungen in osteuropäischen Ländern und erklärte die Beweggründe für deren Erstarken. Gleichzeitig betonte er die proeuropäische Ausrichtung einiger osteuropäischer Länder, die u.a. durch finanzielle Unterstützung, Reisefreiheit und Sicherheitspolitik von der EU profitieren. Der Landtagsabgeordnete Stefan Engstfeld hob insbesondere die Tatsache hervor, dass rechte Tendenzen trotz ihres lautstarken Auftretens nach wie vor in der Minderheit sind und rechte Diskurse nicht übernommen werden dürften. Trotzdem müsse es darum gehen, insbesondere jene Menschen wieder zu mobilisieren, die sich von der ‚etablierten Politik‘ nicht mehr vertreten fühlen.

In einem regen Austausch mit dem Publikum skizzierten die Podiumsgäste gegen Ende, Lösungswege für die Gestaltung eines demokratischen, gerechten und freiheitlichen Europas aufzuzeigen, das in seiner Vielfalt alle Europäer*innen repräsentiert und begeistert.

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