CDU, SPD und FDP blockieren Prüfung einer „Digitalen Bürgerwabe“
Die Grüne Ratsfraktion kritisiert die Ablehnung ihres Prüfauftrags zur Einführung einer sogenannten „Digitalen Bürgerwabe“ im Ausschuss für Digitalisierung, Dienstleistung und Verwaltungsmodernisierung sowie die voraussichtliche finale Ablehnung im Hauptausschuss am 17.09.2026. Mit dem Antrag wollte die Fraktion prüfen lassen, ob ein innovativer Vor-Ort-Servicepunkt nach dem Vorbild eines Pilotprojekts im Landkreis Roth auch in Bonn eingesetzt werden kann, um Bürgerinnen und Bürgern bei komplexen Verwaltungsverfahren zu unterstützen.
Die „Digitale Bürgerwabe“ verbindet persönliche Anlaufstellen mit modernen digitalen Hilfsmitteln. Bürgerinnen und Bürger könnten dort beispielsweise Unterstützung bei Wohngeldanträgen erhalten. Sprachbasierte Antragstellung, automatische Ausfüllhilfen, Dokumentenscans und Identitätsprüfungen sollen dabei helfen, Verfahren einfacher und schneller zu gestalten und gleichzeitig die Verwaltung zu entlasten.
„Viele Menschen wünschen sich digitale Angebote, brauchen aber gleichzeitig persönliche Unterstützung. Genau hier setzt die Idee der Digitalen Bürgerwabe an: Sie verbindet digitale Werkzeuge mit menschlicher Begleitung“, erklärt Fabian Rathgeb, digitalpolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion. „Dass CDU, SPD und FDP bereits die Prüfung einer solchen Idee ablehnen, ist enttäuschend, wenig zukunftsorientiert und wenig versöhnlich, da hier das Beste aus beiden Welten miteinander verbunden werden würde.“
„Gerade angesichts hoher Belastungen in der Verwaltung sollten wir offen für innovative Lösungen sein, die sowohl den Beschäftigten als auch den Bürgerinnen und Bürgern helfen“, so Rathgeb weiter.
Verwaltungsdigitalisierung darf niemanden ausschließen
Aus Sicht der Grünen verkennt die Kooperation aus CDU, SPD und FDP die Chancen moderner Verwaltungsinnovation.
Die Grünen hatten in ihrem Antrag ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Verwaltungsdigitalisierung nicht zu einer reinen Online-Pflicht werden dürfe und niemand aufgrund fehlender technischer Ausstattung oder mangelnder digitaler Vorkenntnisse ausgeschlossen werden solle. Gleichzeitig könne die intelligente Vorstrukturierung von Anträgen Beschäftigte in den Ämtern spürbar entlasten und Bearbeitungszeiten verkürzen.
„Andere Kommunen testen bereits neue Wege, um Verwaltung bürgerfreundlicher und effizienter zu gestalten. Bonn sollte hier Vorreiter sein und nicht verharren in alten Strukturen und Denkweisen“, betont Rathgeb.
Die Grüne Ratsfraktion kündigt an, sich weiterhin für eine bürgernahe, inklusive und innovative Verwaltungsmodernisierung in Bonn einzusetzen.
Was ist die Digitale Bürgerwabe?
Die Digitale Bürgerwabe ist ein moderner Servicepunkt, der persönliche Unterstützung mit digitalen Verwaltungsverfahren verbindet. Bürgerinnen und Bürger können dort Anträge wie etwa Wohngeldanträge direkt vor Ort stellen und werden dabei durch digitale Werkzeuge unterstützt. Sprachbasierte Eingaben werden automatisch erfasst, Formulare vorausgefüllt, Unterlagen auf Vollständigkeit geprüft und Dokumente digital eingelesen. Ziel ist es, komplexe Verwaltungsverfahren einfacher zugänglich zu machen, Menschen ohne umfangreiche digitale Vorkenntnisse einzubeziehen und gleichzeitig die Mitarbeitenden der Verwaltung zu entlasten.
Mehr Informationen zum Pilotprojekt „Digitale Bürgerwabe“ im Landkreis Roth