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Bonn, 17.11.2025 – BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bonn sind entsetzt über die jüngste Übernahme des afghanischen Generalkonsulats in Bonn-Ückesdorf durch Said Mustafa Hashimi, einen Vertreter der de-facto-Regierung der Taliban. Das Auswärtige Amt hat zwei Taliban-Diplomaten akkreditiert, während der bisherige Generalkonsul und sein Team das Gebäude verlassen mussten – nicht aus Protest, sondern aufgrund der Nicht-Verlängerung ihrer Akkreditierung. Diese Entscheidungen werfen schwerwiegende politische, menschenrechtliche und sicherheitspolitische Fragen auf.
„Bonn steht für Weltoffenheit, die Achtung der Menschenrechte und demokratische Werte. Dass nun ein Vertreter eines Regimes, das Frauen und Mädchen systematisch entrechtet und politische Gegner*innen brutal verfolgt, in unserer Stadt als Generalkonsul agiert, ist besorgniserregend“, betont Ute Hennig, Co-Kreisvorsitzende der Bonner Grünen. „Welche Signale sendet Bonn an die afghanische Community, die hier Schutz vor Verfolgung und politischer Gewalt sucht?“
Besonders kritisch ist der Zugriff der Taliban auf sensible Datenbanken des Konsulats, in denen persönliche Informationen tausender Schutzsuchender und Regimegegner*innen gespeichert sind. „Dass eine Terrororganisation, die systematisch Gewalt gegen die eigene Bevölkerung ausübt, nun über diese sensiblen Daten verfügt, die Leben bedrohen können, ist ein Albtraum für alle, die vor den Taliban geflohen sind“, warnt Hennig. Die Grünen fordern die Bundesregierung auf, die Anerkennung und schleichende Normalisierung der Terrorherrschaft der Taliban als legitime und rechtmäßige Regierung Afghanistans zu unterlassen, insbesondere keine offiziellen Vertreter der Taliban zu akkreditieren.
Die diplomatische Normalisierung der Taliban ohne klare menschenrechtliche Auflagen untergräbt die bisherige Haltung Deutschlands, die de-facto-Regierung in Kabul nicht anzuerkennen. „Wer mit den Taliban kooperiert, macht sich mitschuldig an ihrer brutalen Unterdrückungspolitik. Deutschland muss hier eine rote Linie ziehen: Keine Legitimation für ein Regime, das Frauenrechte mit Füßen tritt und Oppositionelle ermordet“, so Hennig abschließend.
Die Bonner Grünen verlangen eine klare Positionierung der Bundesregierung sowie eine öffentliche Debatte über die Folgen dieser Entscheidung – insbesondere für geflüchtete Afghan*innen in Bonn und die Glaubwürdigkeit deutscher Menschenrechtspolitik.
Foto: Leit / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0