Die Pläne des Oberbürgermeisters, das günstige Gruppen-Tagesticket – das sogenannte „Klimaticket“ – im kommenden Haushalt einzusparen, stoßen bei der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf scharfe Kritik.
Klimaticket als Anreiz für Bus und Bahn erhalten
In einer Zeit, in der die Sperrung der Nordbrücke und das daraus resultierende Verkehrsaufkommen die Stadt vor enorme Herausforderungen stellen, setzt die Stadtspitze völlig falsche Prioritäten. Statt Anreize für einen Umstieg auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu schaffen, wird ausgerechnet ein Instrument gestrichen, das Bus und Bahn für viele Menschen attraktiv und bezahlbar macht. Auch wenn der ÖPNV aktuell wegen der Stadtbahnproblematik stark unter Druck steht, muss das Klimaticket als langfristiger Anreiz erhalten bleiben.
Die Grünen hatten erst kürzlich einen Antrag für den Mobilitätsausschuss gestellt, um die Bewerbung des Klimatickets zu intensivieren. Dabei ist das Ticket auch für die lokale Wirtschaft essenziell: Viele Familien und Gruppen nutzen das Ticket für Wochenendausflüge und einen Bummel in der Innenstadt, was direkt den Gewerbetreibenden vor Ort zugutekomme. Die nun geplante Kürzung wirkt daher doppelt schädlich. Aufgrund der schlechten städtischen Haushaltslage muss der Bund als Verursacher der Nordbrückensperrung Bonn und die Region aktiv unterstützen, anstatt sie allein zu lassen.
„Das Klimaticket ist kein Luxus“
„Es ist geradezu paradox: Während die Stadt im Verkehrschaos versinkt, streicht der Oberbürgermeister die Anreize für den klimafreundlichen Verkehr und baut gleichzeitig die Infrastruktur für Radfahrende und Busse ab“, so Dr. Barbara Krausz, mobilitätspolitische Sprecherin. „Wir brauchen jetzt Mut zur Veränderung und echte Entlastungen für die Menschen, statt ideologischer Rückschritte bei den Umweltspuren und Sparmaßnahmen beim ÖPNV. Das Klimaticket ist kein Luxus, sondern gehört für viele Menschen zum Alltag und macht eine Fahrt in die Innenstadt oder einen Schulausflug bezahlbar. Die Verantwortung für die aktuelle Misere liegt beim Bund. Wir fordern die Stadtverwaltung auf, die Finanzierung des Klimatickets konsequent beim Bund einzufordern, statt die Kosten auf dem Rücken der Bürger*innen und des Klimas auszutragen.“
Grüne fordern Stopp der Einsparungen beim Klimaticket
Die Grünen fordern daher einen sofortigen Stopp der Einsparungen beim Klimaticket sowie eine Strategie, die den Ausbau des Umweltverbunds konsequent priorisiert. Nur durch eine Kombination aus bezahlbaren Tickets, einem sicheren Radnetz und einer priorisierten ÖPNV-Führung könne die Stadt Bonn die aktuelle Brückenkrise nachhaltig bewältigen.