Bonn, 11. Juni 2026.
Die Sperrung der Nordbrücke (A565) führt in Bonn und der Region zu massiven Verkehrsproblemen. Mit einem Dringlichkeitsantrag für die Ratssitzung am 11. Juni fordert die Grüne Ratsfraktion nun schnelle Entlastungen, ein koordiniertes Vorgehen und transparente Informationen von der Autobahn GmbH. Im Fokus steht der Vorrang für Bus und Bahn sowie sichere Radrouten.
„Die Situation ist hochdynamisch und belastet Pendler*innen, Wirtschaft und ÖPNV massiv. Jetzt braucht es schnelle Entscheidungen auf fundierter Basis“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Friederike Dietsch.
Langfristig brauchen wir Verkehrsresilienz für Bonn. Eine solche Belastung wie aktuell vorhanden, muss perspektivisch durch eine breit aufgestellte Verkehrsinfrastruktur vermieden werden.
Die Kernforderungen des Dringlichkeitsantrags:
- ÖPNV-Priorisierung: Sofortige Beschleunigung und Stabilisierung von Bus- und Bahnlinien. Inklusive eines kostenlosen Tickets sowie Verstärkerfahrten und einem Wassertaxi.
- Fokus auf Radverkehr: Provisorische Ausschilderung von Velorouten und Ausweitung des Angebots von Leihrädern.
- Verkehrslenkung an Hotspots: Polizeieinsatz an kritischen Kreuzungen (z. B. Kölnstraße / Oxfordstraße), um diese freizuhalten. Außerdem sollen die Kreuzungen leistungsfähiger werden durch mehr Abbiegespuren.
- Verkehrssicherheit stärken: Besonders sichere Gestaltung und Absicherung von Schulwegen.
- Transparenz der Autobahn GmbH: Unverzügliche Einladung des Bundesunternehmens in den Rat für Berichte zu Zustand und Maßnahmen.
- Wöchentliche Lageberichte: Regelmäßige Updates zur Verkehrsentwicklung für alle Fraktionen.
ÖPNV und Radverkehr als zentrale Entlastungsstrategie
Die Grünen betonen, dass kurzfristig vor allem der öffentliche Verkehr gestärkt werden muss. Dazu zählen zusätzliche Fahrten, bessere Taktungen sowie die Prüfung regionaler Sonderangebote. Auch temporäre Maßnahmen wie eine Beschleunigung zentraler Busachsen oder die Optimierung von Abbiegesituationen im Innenstadtbereich sollen geprüft werden.
Gleichzeitig müsse die Stadt alles tun, um sichere und attraktive Alternativen im Radverkehr zu erhalten bzw. voranzutreiben. „Jeder zusätzliche Umstieg aufs Fahrrad oder in den ÖPNV entlastet die ohnehin überlasteten Hauptachsen. Der Fahrradverkehr ist Teil der Lösung“, so Barbara Krausz, mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion.
Koordiniertes Vorgehen
Die Fraktion betont zudem die Notwendigkeit eines eng abgestimmten Vorgehens aller Akteure: Stadtverwaltung, Politik, Verkehrsunternehmen, Autobahn GmbH des Bundes sowie regionale Partner.
Nur durch transparente Information, klare Prioritäten und konsequentes Handeln könne die aktuelle Verkehrskrise bewältigt werden. „Wir brauchen jetzt einen gemeinsamen Krisenmodus für die Mobilität in Bonn – pragmatisch, transparent und mit klarer Priorität für klimafreundliche und leistungsfähige Verkehrsträger“, betont Fraktionsvorsitzender Daniel Rutte abschließend.
Foto: Sascha Engst / Bundesstadt Bonn